Die virtuelle Zusammenarbeit verändert sich

In der vergangenen Woche hatte ich drei Erlebnisse mit potentiellen Kunden, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Es waren also virtuelle neue Kontakte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier schon ein Muster erkenne, aber es ist schon interessant, was hier gerade passiert…

Ich muss dazu sagen, dass mein Hauptgeschäft immer schon aus Empfehlungen bestand. Scheinbar suchen gerade viele Menschen nach bestimmten Keywords, zum Beispiel die Kombination „B2B“, „Social Media“ und „Coaching“. Jedenfalls ist meine B2BSoMe -Website gerade an der ersten Position in der Google-Trefferliste. Yes. Und das ohne große SEO-Maßnahmen.

Ich hatte also drei Anfragen. Zwei aus Deutschland und eine aus Australien. Für mich ist das ehrlich gesagt noch etwas ungewohnt, denn ich bekomme sonst kaum Anfragen über die Website. Wahrscheinlich liegt das an meinen Aktivitäten in Google MyBusiness. Aber nun gut. Ungewohnt. Auch weiß ich nicht genau, wie viel Zeit ich eigentlich in solche Gespräche und Vorsondierungen investieren sollte.

Aus allen drei potentiellen Möglichkeiten ist wohl nichts geworden. Aber aus unterschiedlichen Gründen:

  • Erster Fall:. Ich bekomme eine Anfrage aus Deutschland, beantworte sie recht detailliert und gebe einen Link zum virtuellen Kennenlernen dazu. Mir ist es wichtig, dass ich denjenigen auf der anderen Seite einschätzen kann. Und natürlich soll derjenige mich auch einschätzen können. Das ist nur professionell. Ich bekomme sehr schnell eine E-Mail mit noch mehr Rückfragen. Die beantworte ich. Danach: nichts mehr, Kommunikationsende. Da fragt man sich natürlich, was man denn hier nicht richtig gemacht hat. Ich würde erwarten, dass derjenige sidas dann ch zumindest noch einmal meldet und sagt: Sorry passt nicht. Aber vielleicht bin ich einfach zu sehr „old school“.

  • Zweiter Fall: Wieder eine Anfrage aus Deutschland, diesmal kommt es zu einer Antwort und auch einem Video-Termin. Im Video-Termin stelle ich fest, dass der Ansprechpartner irgendwie komisch wirkt, nicht richtig auf mich eingeht und ich spüre eine eigentümliche x-Beliebigkeit in meinem Bauch. Bauchgefühl sagt: Lass es, it means trouble. Soll ich jetzt trotzdem ein Angebot stellen, oder es einfach lassen? Ich höre auf den Bauch und lasse es.

  • Dritter Fall: Anfrage aus Australien. Ich hatte die potentielle Auftraggeberin schon getroffen und mit ihr darüber gesprochen, wie wichtig eine Social Media-Konzeption ist, bevor man dann in die Social Media-Aktivitäten einsteigt. Sie wollte ein Angebot von mir, dass ich ihr geschickt habe. Nach ungefähr zwei Wochen meldet sie sich und sagt, dass ihr Board nun entschieden hat. Ein Praktikant soll das übernehmen. Vor einigen Jahren wäre ich etwas gekränkt, denn das, was ich hier anbiete, sehe ich eigentlich nicht bei Praktikanten. Vielleicht konnte ich auch nicht so richtig herüber bringen, dass es zu einer Social Media Konzeption weitaus mehr benötigt wird als ein Alter in den Zwanzigern und damit die Erlaubnis zum digitalen Native.

Diese Erlebnisse in der vergangenen Woche motivieren mich dazu wieder verstärkt mit bestehenden Kunden zusammenzuarbeiten. Wir haben gemeinsam Kriege gewonnen und wissen genau, was wir am anderen haben.

Und noch eine Erkenntnis: Wenn man so weit weg ist von seinem potentiellen Kunden und die nur digital kennengelernt hat, fehlt natürlich diese Vertrauenskomponente. Wie lässt sich das Vertrauen per Videokonferenz aufbauen und steigern? Ich glaube, das ist sehr schwer. Deswegen werde ich in der Zukunft wahrscheinlich verstärkt Offline-Kontakte knüpfen und dann überwiegend online zu mit denen zu kommunizieren.

Eine Alternative wäre es, Produkte wie zum Beispiel Video-Kurse oder e-books anzubieten. Dazu braucht es keinen persönlichen Kontakt, aber durch das Lesen oder Ansehen entsteht vielleicht eine Bindung, die dann zu einer engeren Zusammenarbeit führen könnte. Ich bin gespannt und freue mich, das dann im Jahr 2021 umzusetzen.