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Persönliche Notizen aus Digitalien.

Sieben versiebt

Gestern habe ich den ganzen Tag damit verbracht eine fixe Idee in die Tat umzusetzen. Ich folgte einem Link in meinem LinkedIn-Netzwerk auf eine Seite einer Autorin, die eine Art Weblog der alten Schule führt. Sie nennt es „Daily 5 Minutes“ und, so scheint es, schreibt sie in fünf Minuten in einem langen Absatz herunter, was sie gerade erlebt oder an diesem Tag erlebt hat. Sehr persönlich und direkt. Ich bin ein Freund dieses Formats, und da ich ja sowieso jeden Tag schreibe, wollte ich auch so etwas haben.

Die vier Orte der Wahrheit

In einer vorherigen Notiz hatte ich von meinem neuen Zettel- und Merkkasten Joplin geschrieben. Schon seit vielen Jahren versuche ich eine Art „Single Point of Truth“ hinzubekommen. Damit meine ich, dass ich möglichst alles, was ich so schreibe und sammle an einer Stelle halte. Eine ganze Weile war das Devonthink. Da ich aber nun auch mit Windows und Linux-Rechnern unterwegs bin, ist Devonthink nur noch auf meinem iPad verfügbar. Ich mag nicht mehr auf Evernote zurück und mit OneNote hatte ich auch keine so besonders gute Erfahrungen gemacht.

Digitale Fünfminutennotizen

Ich habe fünf Minuten, nicht mehr. Ist das Stress? Nein, eher eine gute Übung, um mir wieder mehr zu vertrauen. Meine Hände sind an der Tastatur, ich schreibe in NEO. Endlich wieder NEO. Damit kann ich blind schreiben. Heute bin ich in meinem Outdoorbüro. Im Gartenschuppen. Im Dach lebt eine Python. Aber ziemlich ungefährlich. Abends raschelt es hier ganz unaufgeregt. Finde ich besser als die Mäuse, die letzten Winter hier waren.

Scrum, scrum und nochmal scrum

In den letzten Wochen war ich ziemlich beschäftigt mein berufliches Leben hier in Australien auf eine neue Schiene zu stellen. Ich hatte ja schon berichtet, dass ich mich nun „Professional Scrum Master“ nennen darf. In einer weiteren Notiz werde ich mal erklären, worum es bei Scrum eigentlich geht. In der Zwischenzeit hatte ich einige Treffen mit Menschen aus der IT-Industrie und herausgefunden, dass Scrum Master wohl eher in Sydney als in Newcastle gefragt sind.

Joplin ist mein neuer digitaler Zettelkasten

Vor einer Weile hatte ich schon eine Notiz zum Thema „Digitaler Zettelkasten“ geschrieben. Darin erläutere ich, warum Notizen so einfach wie möglich abgespeichert werden sollten, um sie zukunftssicher aufzubewahren. Also: einfache Text-Dokumente in lesbarem Markdown. Idealerweise können die Notizen auf dem eigenen Server oder eigenen Cloud abgelegt und von jedem Gerät aus lesbar sein. Mit Joplin habe ich nun einen neuen Open-Source-Favoriten, bei dem es bleibt. Die Suche ist beendet. Joplin erfüllt (fast) alle Kriterien:

Gut sortiert

In der „Jewells Plaza“, das ist so ein kleines Einkaufszentrum in der Nachbarschaft, gibt es gleich am Eingang einen ganz besonderen Laden. In dem Geschäft gibt es ALLES. Und ich übertreibe da nicht: Gartenartikel, Geschenkartikel, Elektronik, Masken für Thanks Giving, Angeln, Schreibwaren, Klopapier. In dem kleinen Laden mit den engen Gängen sind die Produkte extrem hoch gestapelt. Wenn man in das von einem umtriebigen Pärchen asiatischer Herkunft kommt, befindet man sich in einem kleinen Krämerladen in Peking oder in Laos.

Walking the walk

In den letzten zwei Wochen habe ich mich hier vornehm zurückgehalten. Das heißt aber nicht, dass ich nun nicht mehr blogge. Im Gegenteil: Ich arbeite gerade daran, dass ich mehr Zeit zum Schreiben in deutscher Sprache habe und gleichzeitig mich hier in Australien auf andere Sachen konzentriere. Seit einiger Zeit ist mir schon klar, dass ich eigentlich kein Social Media-„Evangelist“ sein will. Im Gegenteil: Ich meide seit einer Weile Social Media, weil ich meine Zeit anders verwenden will als Menschen zuzuhören, die nur etwas (oder sich selbst) anpreisen wollen.

Scrum für Autoren – geht das?

Ich fräse mich gerade tief in das Scrum-Framework. Dabei geht es um ein agiles Arbeiten, das sich von Sprint zu Sprint hangelt und die ganze Zeit „Inkremente“ erzeugt. Ein Inkrement ist nichts Ekliges, sondern ein Puzzlestück, das letztlich das komplette Bild ergibt. Doch im Gegensatz zu den herkömmlichen Arbeitsweisen, dessen Ergebnisse erst am Ende nach einer kräftezehrenden letzten Phase sichtbar werden, geht es bei Scrum um vorzeigbare, „fertige“ Teilergebnisse. Ursprünglich kommt Scrum aus der Software-Entwicklung.

Buchnotiz: Midnight Library von Matt Haig

Nachdem ich in den letzten Jahren viele Non-Fiction-Fachbücher gelesen habe, habe ich mich seit einer Weile endlich wieder Romanen geöffnet. Ich glaube, ich war einfach „voller Rezepte“ und Wissen, das ich momentan gar nicht umsetzen kann oder mag. In den letzten Monaten habe ich also viele Bücher gelesen. Dabei versuche ich möglichst australische Autoren zu lesen, um die hiesige Kultur besser zu verstehen. Besonders gefallen haben mir „Bruny“ von Heather Rose (ich habe auch „Museum of Modern Love“ gelesen, ebenfalls brillant) und eine spannende Buchserie von Chris Hammer.

Eine gute Idee (bis Du sie anderen erzählst)

Du hast eine hervorragende Idee. Seit Tagen denkst Du darüber nach. Aus der Idee entsteht eine Vision, die mit jedem Tag attraktiver wird. Du sitzt auf einer Goldmine. Jetzt gräbst Du tiefer, holst immer mehr aus der Idee heraus. Mehr Recherche. Energie schießt in Dein Gehirn und in Deine Körperzellen. Du weißt, diese Idee ist es. Endlich. Denn Du hattest in Deinem Leben schon so viele Ideen. Manche hast Du in ein Projekt umgewandelt, andere hast Du verworfen.

Spielintelligenz fördern

Hier in Australien wird nur im Winter Fußball gespielt. Für meinen Sohn war das zunächst ein Schock und eine Riesenenttäuschung. Im Sommer spielen die Australier Cricket, denn da macht es nicht viel aus, wenn alle stundenlang herumstehen. So ist die Hitze besser zu ertragen. Doch auch im Winter funktioniert hier Fußball anders. Es gibt „Community Football“ und ein „Skills Akquisition Programme“ (SAP). Wer öfter als ein Mal pro Woche trainieren, also „richtig“ Fußball spielen will, muss für ein halbes Jahr SAP über 1.

Die Illusion der Erklärungstiefe

Journalisten haben immer mit dem „gefährlichen Halbwissen“ zu kämpfen. Manche überspielen es mit einer übertriebener Arroganz, andere mit versuchen es mit eingestreuten Wissenshappen zu kaschieren. Selbst als Fachjournalist gibt es ein Wissensdelta, das zumindest die tiefen Experten sofort aufspüren. Andere Journalisten arbeiten fleißig daran, das Halbwissen in ein Dreiviertelwissen umzuwandeln. Dabei bleibt immer dasselbe Gefühl: Wann werde ich als Scharlatan enttarnt. Ich hatte schon vorher über das „Imposture-Syndrome“ geschrieben. Heute habe ich im Radio einem australischen Politiker zugehört, der keine der Fragen, auch nicht die Nachfragen der Radiomoderatorin konkret geantwortet hat.

Die Definition von Bereit

In einem anderen Beitrag habe ich bereits über die „Definition von Fertig“ (Definition of Done) geschrieben. In Scrum sind diese vom Team festgesetzten Kriterien entscheidend, um eine abgeschlossene Aufgabe als „Inkrement“ zu werten. Ein Inkrement ist nichts anderes als ein neues Puzzleteil, das seinen Platz im Puzzle gefunden hat. In Scrum wird jedoch nicht spezifisch eine „Definition of Ready“ gefordert. Den Aufgaben können zwar individuelle „Acceptance criteria“ zugewiesen werden, aber projektübergreifend gibt es das nicht.

Energieraubende Ziele loslassen

Vielleicht hast Du auch eine To-do-Liste, auf der Du Deine Ziele notierst, die Du in der nahen oder fernen Zukunft angehen willst. Ich lege diese Ziele unter „Irgendwann“ ab und vergesse sie wieder. Ab und zu schaue ich in Irgendwann und sehe Einträge wie „Viele Videos in YouTube veröffentlichen“, „einen guten Funnel für meineStartfertig Aktivitäten aufbauen“, „Klavier lernen“, „mein Französisch auffrischen“. Ich weiß schon, das sind keine richtigen Ziele (denn da müsste ich spezifischer sein: „Bis zum 31.

Marathon von einer Straßenlaterne zur Nächsten

„Das Leben ist ein Marathon“, „… schließlich sind wir nicht in einem Sprint, sondern in einem Marathon“. Gerade jetzt hören wir ständig Marathon-Durchhaltesprüche. Dahinter steckt oft ein anderes Wort: Geduld. Denn wer einen Marathon läuft, muss sich die Strecke genau aufteilen und bloß nicht zu schnell loslaufen. Ansonsten klappt das nicht mit dem Finisher-T-Shirt. Menschen überschätzen, was sie in einem Monat schaffen. Und sie unterschätzen, was sie in einem Jahr können.

Facebook vs. Australien

Gestern hat Facebook ziemlich pampig für alle australischen Benutzer die Verlinkung zu News-Websites gesperrt. Dahinter steckt ein Beschluss der australischen Regierung, der „News Media Bargaining Code“ genannt wird. Der „News Media Bargaining Code“ muss jetzt noch durch den australischen Senat. Demnach müsste Google, Facebook und Co den News-Anbietern einen Anteil zahlen. Jetzt zeigt Facebook die Muskeln und blockiert alle Verlinkungen zu australischen News-Sites. Darunter sind auch staatliche Sites wie jene des Bureau of Meterology (das aktuelle News zum Wetter und Buschbränden veröffentlicht) und staatliche Corona-News aus dem Gesundheitssektor.

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Kürzlich habe ich über die „Definition of Done“ geschrieben. Es ist natürlich schön, wenn eine Aufgabe von „Doing“ zu „Done“ wandert. Aber was dann? In meinem Beispiel ist das Ergebnis oft ein Text, so wie dieser hier. Wie kommt der aber nun online? Ich bin ein WordPresser der ersten Generation und früher war mein erster Weg zu WordPress. Du willst einen Blog? Ich suche Dir ein Template aus, passe es an und Du kannst es mit WordPress recht komfortabel füllen.

Lasst uns lieber vorher schon darüber sprechen

In meinen letzten Notizen über Scrum habe ich über die „Definition von Fertig“ und über das „Sprinten“ geschrieben. Dabei ist mir aufgefallen, dass meine Auslegung der Worte anders ist als im offiziellen Scrum-Guide. Was nun? Ein Sprint ist für mich sehr kurz. Im Sport ist das die kleinste Einheit. Es gibt nichts Kürzeres als ein Sprint. Selbst ein kurzer Sprint zur Toilette ist ein Sprint. In Scrum dauert ein Sprint eine Woche bis zu einem Monat.

Sprinten mit Tomaten

Ich bin ein großer Freund von Timeboxing. Und deswegen sprinte ich seit über 13 Jahren mit Tomaten, eigentlich mit „Pomodori“. Die Idee hinter der Pomodoro-Methode ist, dass man sich nur eine bestimmte Zeit fest konzentrieren kann. Nach einer kurzen Pause kann es dann weitergehen. Bei Pomodoro ist das 25 Minuten arbeiten und 5 Minuten Pause, möglichst mit Bewegung. Während dieser 30 Minuten sammelt man ein „Pomodoro“, also eine Tomate. Ich arbeite Aufgaben gerne in einer Pomodoro-Serie ab.

Woher nimmst Du die Kraft (und was macht das mit Dir?)

Solche Fragen hört man gerne. Denn das impliziert, dass Du Kraft hast und dass es Dich irgendwo hingebracht hat. Diese Frage ist eine dieser Wunderwaffen, wenn das Gespräch stockt. Statt einer peinlichen Stille kannst Du diese Frage einfach mal heraushauen und zuhören. Ich höre gerade einen Podcast von Arnd Zeigler „Ball you need is love“ mit Benjamin von Stuckrad-Barre. Wunderbare steile Themenwechsel im unterhaltsamen Podcast mit ein paar kleinen Perlen, die ich festhalten will.