Jetzt konnte ich weiter mit google wave spielen, konnte auch einige Kollegen und Freunde dazu bewegen, mit mir ein paar Wellen in google waves zu reiten. Noch immer ist mir nicht richtig ersichtlich, warum die Arbeit in und mit google wave einen Produktivitätssprung bringen soll.
Ich bin mir sicher, dass Google das System noch an vielen Stellen verbessern wird, aber eins ist auch klar: Den „Mainstream” wird Google nicht erreichen. Aber eben auch nicht die Leute aus der Business-Community, denn wave ist ins ich nicht besonders schlüssig.
So viel konnte ich schon herausfinden: Ich kann eine Welle anlegen und in „blips” Inhaltssegmente ansprechen, die dann ein google wave-Freund kommentieren oder ändern kann. Das geht aber doch viel einfacher mit google docs. Dann kann ich in Echtzeit sehen, wenn jemand etwas in der Welle tippt, inklusive der Tippfehler, die dann wieder gelöscht werden. Mir fehlt dazu etwas die Geduld und ich zumindest kann besser arbeiten, wenn ich mich mit einer Idee oder einem Text zurückziehen kann und dann etwas später eine verfeinerte Version abliefern kann.
Andere werden diese Funktion wohl für sehr sinnvoll ansehen, wenn man zusammen in Echtzeit an einem Dokument arbeiten kann, vielleicht nebenher auch noch telefoniert. Ich brauche das jedenfalls nicht.
Welchen Mehrwert hat das?
Als Tool bringt es mir nicht so viel, vielleicht aber als eine Art „Vermarktungswerkzeug”? Wenn die „Alpha-Tiere” tatsächlich wave nutzen würden – was ich momentan noch nicht sehe – dann könnte es ja schon etwas bringen, eine öffentlich Welle zu starten und dann zu schauen, wer mitmacht. Ich frage mich, wem dann der daraus entstandene Text gehört? Denn vielleicht entsteht ja etwas daraus, für das man woanders Geld bekommen könnte. Oder: Wird man durch besonders gewaltige Wellen, die man dann wohl auch vernünftig moderieren müsste, bei den Google Wavern bekannt? Darauf setze ich schon lange nicht mehr. Das ganze facebooken und twittern bringt viele Followers, aber neue Aufträge konnte ich daraus noch nicht generieren.
Außerdem fehlt mir bei wave der Bezug zur Außenwelt: Soweit ich das bisher verstehe, können nur andere waver meine öffentlichen Wellen sehen. Damit schließe ich etwa 99,9 Prozent aus. Es gibt ja für wordpress plugins, mit denen man waves einbinden kann, aber man muss trotzdem wave-Mitglied sein, um die Inhalte zu sehen. Also ist wave proprietär und wir wissen ja, dass das nie funktioniert.
Warum sollte man also auf Wave sein?
- Weil es von Google ist. Und Google ist cool. Und weil jeder weiß, dass sich die Leute von Google viel Gedanken machen. Über alles.
- Um mitzureden, Visionen ausdenken, im Gespräch bleiben.
- Um wieder einmal eine Killerapplikation scheitern zu sehen.
