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	<title>Reiner Gärtner &#187; e-postbrief</title>
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	<description>Wangen im Allgäu</description>
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		<title>Traritrara, der e-Postbrief ist da!</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 09:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[e-postbrief]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt ist die Deutsche Post auch endlich in der neuen Zeit angekommen. Ich habe mich gerade für den e-Postbrief-Service angemeldet und bin mal gespannt, was ich damit alles machen kann. Man bekommt also eine E-Mailadresse @e-postbrief.de zugeteilt. Darauf kann man &#8230; <a href="http://www.reinergaertner.de/blog/2010/07/14/traritrara-der-e-postbrief-ist-da/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt ist die Deutsche Post auch endlich in der neuen Zeit angekommen. Ich habe mich gerade für den <a href="https://adresse-sichern.epost.de/">e-Postbrief-Service</a> angemeldet und bin mal gespannt, was ich damit alles machen kann. Man bekommt also eine E-Mailadresse @e-postbrief.de zugeteilt. Darauf kann man dann Briefe erhalten und damit auch Briefe (auch per Einschreiben) verschicken, die garantiert ankommen.</p>
<p>Ein e-Postbrief kostet 0,55 Euros (bis 20 MB &#8211; pack t die Post dann den Brief für mich in einen Umschlag, ist das autmatisiert, wie sieht es da mit dem Datenschutz aus?), eine Faxfunktion und SMS-Benachrichtigung ist kostenlos. Die genaue Auflistung der Kosten liegt <a href="https://adresse-sichern.epost.de/epostbrief-kosten" target="_blank">hier</a>. Hört sich wirklich interessant an. Ich warte also mal ab, wann ich von der Post meinen Zugangscode bekomme und berichte über meine Erfahrungen.</p>
<p>In der Zwischenzeit hänge ich mal einen Rohtext einer schon über 3 Jahre alten Kolumne für die Internet Pro (RIP) zum Thema und den damaligen Plänen von gmail.de an, die nun wohl einiges an Druck von der Deutschen Post spüren &#8211; oder aber den Schwung mitnehmen können. Mal sehen.</p>
<p>&#8211; anno 2007 &#8211;</p>
<p><strong>Hybride E-Mails</strong></p>
<p><strong>Ein deutscher Jungunternehmer wetzt seine Hörner zunächst an Google. Danach ist dann die Deutsche Post dran. </strong></p>
<p>Auf viele Geschichten und Marktentwicklungen stößt man nur per Zufall: Ein Kollege beschwert sich, dass ich auf seine E-Mails einfach nicht antworte. Ich habe aber nie E-Mails von ihm bekommen. Die Lösung: Er hat die E-Mails zwar an meine Gmail-Adresse geschickt, aber statt @gmail.com die Domain @gmail.de gewählt. Nanu, dahinter verbirgt sich ja gar kein Google-Mail. ((hier ein Satz gekürzt)</p>
<p>Offensichtlich hat es Google bei der Markteinführung von Gmail versäumt, auch gleich die deutsche Domain für den E-Maildienst zu bestellen – oder jemand war einfach schneller. In diesem Falle läuft die deutsche gmail-Domain schon seit über sieben Jahren unter der Flagge von Daniel Giersch. Der wollte sein Produkt zunächst „Giersch-Mail“ nennen, doch wer in China oder in den USA sollte sich einen solchen Namen merken, geschweige denn fehlerfrei schreiben? Es musste also ein anderer Name her, der auch schnell gefunden war, denn die europäischen Markenrechte sowie die Domains dafür waren noch frei: G-mail.</p>
<p>Giersch soll ganz schön empört darüber gewesen sein als Google Gmail vorstellte. Er wird sich aber auch die Hände gerieben haben: David gegen Goliath, in diesem Falle Googliath, das bringt die wertvolle „Öffentlichkeit“ für eine geräuschvolle Markteinführung. Und wer noch nicht mit einem ausgereiften Produkt konkurrieren kann, hetzt eben erstmal die Anwälte auf alle, die mit Gmail gleich das Produkt von Google in Verbindung bringen. Das erinnert mich an die weltfremden Abmahnungswellen gegen deep links, das fehlende Online-Impressum oder jetzt Abmahnungen gegen unvollständige Angaben in der Signatur von geschäftlichen E-Mails. Arbeitsbeschäftigung für gehorsame Juristen.</p>
<p>Auch bei G-mail gibt es für Juristen eine Menge zu tun. Schließlich will Google die Marke Gmail europaweit schützen, hat aber bisher schon zwei Niederlagen gegen Giersch kassieren müssen: zunächst vor dem Hamburger Landgericht und danach beim europäischen Harmonisierungsamt.</p>
<p>Wer steckt nun hinter dem deutschen G-mail? Ein findiger Geschäftsmann, der einen Rechtsstreit mit Google provoziert, um dann mit ein paar Milliönchen ruhig gestellt in die Frührente zu gehen – oder doch mehr? Das Unternehmen hat sich durchaus viel vorgenommen: G-mail will der erste hybride E-Mailtransporteur werden, der Briefe sowohl digital als auch in Papierform übermittelt. Die Zeit dafür ist günstig. 2008 soll das Briefmonopol der Deutschen Post fallen, die noch immer die Exklusivrechte für den Transport von Briefsendungen unter 50 Gramm hält.</p>
<p>Zusammen mit G-mail stehen viele in den Startlöchern. Schließlich ist der Markt lukrativ: Etwa 90 Prozent der Briefsendungen wiegen weniger als 20 Gramm, die Deutsche Post soll pro Woche etwa 300 Millionen Briefe versenden. Und ich dachte, niemand verschickt mehr Briefe. Der Trend geht weiter zur E-Mail, na klar, doch Papierbriefe wird es auch noch in 30 Jahren geben. Genau dort positioniert sich G-mail. Weltweit schwirren pro Tag etwa 60 Milliarden E-Mails durch die Kabel. Da könnte man doch auch Briefe per E-Mail losschicken und, falls gewünscht, dann am Zielort als Postbrief oder Fax ausliefern. Das spart nicht nur Zeit und Geld, sondern vor allem auch – für mich momentan das Totschlagargument –  eine Menge Kerosin und Benzin.</p>
<p>Vor einigen Jahren war ich noch ein großer Freund von Konvergenz und von pfiffigen „All-in-one“-Lösungen in einem Gerät oder in einem Dienst. Doch mittlerweile bin ich da skeptisch: Wer alle bedienen will, wird seine Kunden letztendlich an die Spezialisten verlieren. Natürlich wäre es hilfreich, selber entscheiden zu können, mit welchem Medium ich meine Nachrichten in Papier-, Fax- und E-Mailform empfangen will. Ich würde mich für den E-Mail-Empfang entscheiden. Doch manches würde ich gerne auch weiterhin in Papierform bekommen. Zum Beispiel Rechnungen. In ziemlicher Regelmäßigkeit vergesse ich Online-Rechnungen auszudrucken, finde sie dann nicht mehr im Online-Archiv und bekomme Ärger von meiner Steuerberaterin.</p>
<p>In den USA findet die Seniorenmail „Presto“ regen Absatz: Da wird den Rentnern ein Drucker von HP ins Altenheimzimmer gestellt. Der Drucker wählt sich über ein eingebautes Modem automatisch ins Netz, zieht die E-Mails herunter und druckt sie dann auf Papier. Da kann man nur hoffen, dass die Senioren nicht zu viel Spam bekommen.</p>
<p>Früher waren die Wege klar: Eine E-Mail dauert ein paar Sekunden, ein Brief ein bis mehrere Tage und wer Faxe verschickt, ist sowieso ein Spießer. Wer mir einen Brief schreibt, erwartet nicht sofort eine Antwort. Bei E-Mails aber schon. In Zukunft wird jeder von Ihnen erwarten, dass Sie selbst auf Briefe innerhalb von wenigen Stunden antworten. Dann fällt nicht nur das Briefmonopol, sondern auch die letzte Bastion der Entschleunigung – wer dann auch immer den Brief in den Briefkasten wirft. Würde mich nicht wundern, wenn dann ein Briefträger mit einer farbigen Google-Uniform vor der Tür stehen würde.</p>
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