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	<title>Reiner Gärtner &#187; reiner</title>
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	<description>Wangen im Allgäu</description>
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		<title>Warum ich mir kein iPad kaufe &#8211; vorerst</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 09:24:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>reiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Web]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Jahre hatte ich eine ziemlich romantische Vorstellung vom Landleben: ruhig, langsamer und gesünder. Ein besonderes Bild und eine Person hat mich dabei immer geprägt. Es ist Wendell Berry. Hier in Deutschland kennt man den Schriftsteller und Dichter nicht besonders &#8230; <a href="http://www.reinergaertner.de/blog/2010/07/07/warum-ich-mir-kein-ipad-kaufe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Jahre hatte ich eine ziemlich romantische Vorstellung vom Landleben: ruhig, langsamer und gesünder. Ein besonderes Bild und eine Person hat mich dabei immer geprägt. Es ist Wendell Berry. Hier in Deutschland kennt man den Schriftsteller und Dichter nicht besonders und auch in den USA ist Berry nur wenigen Kreisen bekannt.</p>
<p>Die Texte von Wendell sprechen zu mir. Er lebt auf einem großen Bauernhof in Kentucky und meldet sich aus der Ferne immer wieder mit Essays, die Themen mit dem nötigen Schuss Distanz angehen, einen anderen Blickwinkel, Raum zum Weiterdenken geben. Ich habe mir immer vorgestellt, ein solches nachhaltiges Leben wie Wendell Berry zu führen. Soweit wird es wohl nie kommen, aber immerhin habe ich es schon aufs Land geschafft und genieße die Ruhe und den erweiterteten Spielraum für neue Ideen, die das Leben auf dem Land bietet.</p>
<p>Wie komme ich nun von Wendell Berry auf den Titel „Warum ich mir kein iPad kaufe&#8221;, werden Sie sich fragen? Seit einigen Jahren begleitet mich ein steinaltes Essay von Wendell Berry, das ich immer wieder für meine Entscheidungen heranziehe. Das Essay heißt „<a href="http://home.btconnect.com/tipiglen/berrynot.html" target="_blank">Warum ich mir niemals einen Computer kaufe</a>&#8221; und es ist aus dem Jahr 1987. <span id="more-520"></span></p>
<p>Ich weiß nicht, ob Berry immer noch auf seiner Schreibmaschine schreibt oder ob er immer noch seine Frau dafür einspannt, seine handgeschriebenen Texte in den Computer zu überführen, aber in seinem Essay führte Berry verschiedene Grundsätze an, die auch jetzt noch recht gültig sind. Demnach würde er nur umsteigen, wenn folgendes gewährleistet wäre:</p>
<ol>
<li>The new tool should be cheaper than the one it replaces.</li>
<li>It should be at least as small in scale as the one it replaces.</li>
<li>It should do work that is clearly and demonstrably better than the one it replaces.</li>
<li>It should use less energy than the one it replaces.</li>
<li>If possible, it should use some form of solar energy, such as that of the body.</li>
<li>It should be repairable by a person of ordinary intelligence, provided that he or she has the necessary tools.</li>
<li>It should be purchasable and repairable as near to home as possible.</li>
<li>It should come from a small, privately owned shop or store that will take it back for maintenance and repair.</li>
<li>It should not replace or disrupt anything good that already exists, and this includes family and community relationships.</li>
</ol>
<p>Was bedeutet das nun für das iPad, kann man das übertragen?</p>
<p><strong>1. Das neue Werkzeug sollte günstiger sein als das, was es ersetzt.</strong><br />
Das iPad ist sicherlich nicht günstiger und es ersetzt eigentlich noch nicht einmal etwas. Ein Buch ist günstiger und einen Laptop habe ich schon.</p>
<p><strong>2. Es sollte mindestens genauso klein sein wie das zu ersetzende Werkzeug.</strong><br />
Das stimmt schon. Aber was ersetzt das iPad eigentlich? Mein iPhone ist kleiner, mein Laptop nicht viel größer, aber auch zu schwer.</p>
<p><strong>3. Man sollte damit nachweisbar besser und schneller arbeiten können.</strong><br />
Das iPad ist ein Spielzeug. Mehr nicht. Schneller und besser kann man damit nicht arbeiten.<br />
<strong><br />
4. Es sollte weniger Strom verbrauchen als das zu ersetzende Werkzeug.</strong><br />
Das könnte sein. Wahrscheinlich verbraucht ein iPad weniger Strom, aber ich kann damit nicht richtig arbeiten, also ist das egal.</p>
<p><strong>5. Wenn möglich, sollte es von erneuerbaren Energien angetrieben werden.</strong><br />
Wendell Berry schrieb das 1987! Aber selbst 2010 ist das noch nicht umgesetzt. Leider klappt das noch immer nicht und die wenigen Gadgets funktionieren nicht. Wir haben nun schon den dritten Solarwecker, die Dinger sind einfach Schrott. Vielleicht kommen Solarpanels für eine nächste Version des iPads, genug Fläche gäbe es ja dafür.</p>
<p><strong>6. Es sollte von einem Mensch mit durchschnittlicher Intelligenz bedienbar und reparierbar sein.</strong><br />
Dream on, Wendell. Das gibt es doch nicht mehr. Keiner kann mehr alleine ein Auto reparieren, geschweige denn die Uhr im Videorekorder umstellen. Und warum, bitteschön, braucht man einen Mac, um das iPad damit zu koppeln? Für meine Eltern wäre das schon zu viel.</p>
<p><strong>7. Man sollte es in der Nähe kaufen und reparieren lassen können.</strong><br />
Naja, dieser Punkt ist heutzutage auch nicht mehr so wichtig. Es kommt ja alles per Post.</p>
<p><strong>8. Es sollte von einem kleinen, privaten Laden verkauft worden sein, der es auch zurücknimmt und reparieren kann.</strong><br />
Vielleicht bin ich der Einzige, aber mir gehen die Apple-Stores einfach auf den Keks. Die Mitarbeiter glauben, ihr Produkt wäre so hipp, dass sie keinen Service anbieten müssten. Beratung? Wer sich nicht auskennt, soll doch woanders hingehen!</p>
<p><strong>9. Es sollte nicht das Familienleben stören oder unterbrechen.</strong><br />
Ok, also kein iPad am Esstisch. Damit könnte ich leben.</p>
<p>Also gut. Ich muss sagen, das iPad gefällt mir gut und wenn es mir jemand schenken würde, dann würde ich schon Verwendung dafür finden. Ich warte aber nun erst einmal die zweite und dritte Version ab. Ich hatte gerne ein iPad mit einer Solarzelle und einem noch besseren Bildschirm. Außerdem sollte es so gebaut sein, dass es auch mal vom Tisch fliegen kann oder ich es in meiner Tasche haben kann, ohne dass es sofort zerkratzt. Dann können wir noch einmal darüber reden.</p>
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		<title>Der Große Preis</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 08:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>reiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Kennen Sie noch den Großen Preis mit Wim Thoelke? Das gab es in den Siebzigern, wahrscheinlich auch noch eine Weile danach. Damals saßen drei Kandidaten jeweils in einer komischen orangefarbenen Glocke und beantworteten Fragen. Die Fragen waren von dem etwas &#8230; <a href="http://www.reinergaertner.de/blog/2010/07/04/der-grose-preis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennen Sie noch den Großen Preis mit Wim Thoelke? Das gab es in den Siebzigern, wahrscheinlich auch noch eine Weile danach. Damals saßen drei Kandidaten jeweils in einer komischen orangefarbenen Glocke und beantworteten Fragen. Die Fragen waren von dem etwas übergewichtigen, aber immer milde gestimmten Wim sehr präzise gestellt. Es ging um Wissen, um präzises Wissen, keine Fuzzy Logic. Wer die Antwort wusste oder als erster den Knopf drückte, durfte die Antwort sagen. Und zwar nicht nur a) oder c), sondern eine eindeutige Antwort auf eine eindeutige Frage. Wim ließ nur exakte Antworten zu. Wer in seiner Antwort ein paar Buchstaben verdrehte, wurde mit einem lauten, mechanischen &#8220;brrrrrrrrrrr&#8221; abgewatscht. In der Pause kamen Wum und Wendelin. Das war alles so eine wunderbar harmlose Unterhaltung. <span id="more-492"></span></p>
<p><strong>Damals wussten wir noch was<br />
</strong></p>
<p>So richtig spannend wurde es in der Finalrunde. Da konnte man alles gewinnen oder auch verlieren. Die Kandidaten mussten schon vorher ein Spezialthema aussuchen. Sie bekamen drei Umschläge. Einen davon durften sie wählen und dann einen großen Kopfhörer aufsetzen.</p>
<p>Ich weiß nicht mehr, ob sie sich die Fragen dann noch kurz anschauen durften, aber soweit ich mich erinnere, hatten sie noch kurz Zeit. Dann wurden die beiden anderen Glocken in den abgedunkelten Hintergrund geschoben und Kandidat A wurde perfekt ausgestrahlt. So wie Ilja Richter in Disco 78. Gab es eigentlich auch Disco 77, Disco 79? Ich habe das in meinem Langzeitgedächtnis jedenfalls unter „Disco 78“ abgespeichert</p>
<p>Zurück zum Großen Preis, Finalrunde: Drei Fragen musste also der Kandidat beantworten, dafür hatte er 60 Sekunden Zeit. Für manche war das eine Ewigkeit, andere mussten sofort loslegen,. Es wurden Fakten, Hintergründe, Zusammenhänge erklärt. Wir fieberten mit — ich muss allerdings zugeben, mich interessierte eher Dalli Dalli, das sich damals den Termin am Donnerstag Abend mit eben dem Großen Preis teilte, aber die Finalrunde war immer spannend. Da konnte man eine Menge lernen. Echtes Wissen. Ein Wissen, das einfach abgerufen werden musste. Kein Wissen, dass so ungefähr funktioniert wie „Antwort A und C kann ich ausschließen, hmm, bleibt B oder D übrig. Mist, Telefonjoker schon weg. Also, ich setze jetzt mein Ichweißesganzbestimmtgesicht auf und sagen B&#8221;.</p>
<p><strong>Wenn man präzise raten muss, wird es schnell peinlich</strong></p>
<p>Bei dem Großen Preis wurde sicherlich auch viel geraten und die Antworten waren bestimmt oftmals peinlich, das konnte ich damals noch nicht beurteilen, ich hätte sicherlich noch viel peinlichere Antworten gegeben. Aber die Leute haben sich getraut, präzise Antworten hatten Wert.</p>
<p>Warum ich darüber schreibe? Wir werden zunehmend zu Supergeneralisten, die gerade noch Zusammenhänge verstehen oder sie zumindest ergooglen können, darüber hinaus aber keine Zeit mehr zum Lesen und tiefen Lernen haben. Das beobachte ich jedenfalls bei mir. Die Zeiten kommen nicht mehr wieder, das weiß ich auch.</p>
<p>Ich möchte auch nicht allzu lange in Nostalgie schwelgen, denn es geht immer nach vorne. Aber damals hatte ich noch Zeit, eine Musikplatte mehrmals durchzuhören, von Anfang bis zum Ende. Selbst weniger spannende Lieder hörte ich mir schön. Ich studierte die Texte der Lieder und überlegte mir dabei, warum der Text so geschrieben wurde, was damit wohl gemeint war. Ja, ich war damals der Ansicht, dass Inhalte tiefe Botschaften tragen. Ob das meine Kinder auch mal so sehen? Wohl nicht. Wenn sie so Musik hören wie ich jetzt &#8211; aktiv Musikhören heißt, mp3s anklicken, eine Minute anhören und dann zum nächsten Lied, passive Musikhören heißt, eine Internetradiostation anzuschalten &#8211; dann gerät die Musik zu einer Nebensache. Für mich und meine Freunde damals war das wichtig, die Welt.</p>
<p><strong>Wer liest noch etwas zu Ende?</strong></p>
<p>Wie kommen wir wieder raus aus dieser Beliebigkeit gegenüber Inhalten, weil einfach niemand mehr Zeit hat, um sich etwas lang durchdachtes durchzulesen oder sich etwas in voller Länge anzuhören?</p>
<p>Vielleicht ist das auch der Beginn der Abwendung des Produktivitätswahn, der sich immer mehr in unser privates Leben schmuggelt? Wieder mehr Zeit zum Träumen, zum Ausprobieren, zum zielungerichteten Leben. Dann können wir auch mal wieder in die Tiefe lernen. Auch in zunächst unsinnigen Anwendungen. Warum sollte man sich in das Thema Botanik reinarbeiten? Da gibt es keinen Auftrag und das Wissen wird kein Geld bringen. Aber wenn man weiß, welche Blumen, Gebüsche, Bäume und Kräuter auf dem Weg liegen, dann verbindet das mit dem Ort. Dann reicht auch nicht a) Brennnessel, b) Giersch, c) Lavendel oder d) Löwenzahn. Mehr schaffen wir anscheinend nicht mehr in dieser Welt voller Impulse. Wenigstens hat Dalli Dalli noch seinen Klang behalten. Jetzt aber Dalli Dalli. Das kennen sogar meine Kinder.</p>
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