Mein Schreib-Workflow auf dem mac

Vor einer Weile schilderte ich hier meinen allgemeinen Workflow. Ich finde das ungemein spannend und inspirierend, tägliche Prozesse zu vereinfachen und dann gnadenlos einzuschleifen.

Denn das vergisst man schnell bei all dem Produktionswahn: Die Systeme müssen einfach sein, damit sie gelebt werden, in Fleisch und Blut übergehen können. Da ist die Gefahr immer groß, dass man sich in die Produktionsfalle setzt, ein perfektes System zusammenstrickt, aber das Dokumentieren vergisst und noch plant, statt etwas zu bewegen. Deswegen ist es so wichtig, dass man wirklich wenig Tools benutzt und dabei bleibt. Okay, ein wenig Feilen darf man schon.

Wenig Tools: genau das ist aber gerade so schwierig. Denn wer an verschiedenen Rechnern sitzt und auch noch viel mobil unterwegs ist, braucht ein System, das die Texte und Tasks vernünftig synchronisiert. Als eingefleischter GTDer möchte ich auf jedem Gerät, sei es mein mac mini, mbpro, ipad oder iphone, tasks und Notizen eingeben können.

Wie geht das nun: Ich trenne tasks und Notizen. Meine tasks gebe ich noch immer in Things ein. Allerdings ist die Synchronisation über dropbox suboptimal und lässt mich auf die neue Version hoffen. Ich arbeite derzeit mit einer Beta-Version von Things, auf der die automatische Synchronisation in der cloud schon sehr zuverlässig funktioniert. Wenn die ipad/iphone-Version auch noch funktioniert, dann habe ich den Versuchungen widerstanden, Omnifocus zu kaufen. Ich habe es getestet, finde Omnifocus aber irgendwie zu “Overkill“. Da plant man mehr als man macht. Sicherlich ein tolles Tool für Control-Freaks. Aber nichts für mich.

Wie sieht nun mein Schreib-Workflow aus?

Manche Schreibprojekte schreibe ich direkt in Microsoft-Word, weil ich in eine bestehende Vorlage reinschreiben oder einfach nur etwas schnell redigieren muss. Für alle anderen Schreibprojekte setze ich auf die Apps nvAlt, Writeroom, Scrivener und ithoughts HD auf dem ipad:

  • Notizen erstellen, sammeln mit nvAlt: Evernote ist ein Supertanker gegen nvAlt, einem fork von Notational Velocity. nvAlt ist ein einfacher Editor, der meine Textschnipsel als einzelne .txt-Dateien in meine dropbox legt. Schön unkompliziert. Wenn mir etwas einfällt oder ich etwas notieren will, dann rufe ich nvAlt mit einem shortcut auf und schon ist es im System.
  • Längere Notizen/Blogs schreiben mit nvAlt/Writeroom: Da bleibe ich weiterhin in nvAlt, rufe aber für längere Notizen und erste drafts aus nvAlt die App Writeroom auf. Die war mal bei einem bundle dabei und ist ebenfalls schön minimalistisch. Hie schreibe ich meine Texte im multimarkdown -Format. Bin ich damit fertig, schließe ich Writeroom und habe den Text automatisch in meiner nvAlt-Sammlung. Writeroom ist also nur eine Art anderes Schreibmedium. Wenn es sich um einen Blogbeitrag handelt, dann exportiere ich den Eintrag einfach als html und veröffentliche den Eintrag.
  • Größere Schreibprojekt mit Scrivener und ithoughts: Wenn ich non fiction-Stücke schreibe, dann bewege ich mich gerne in Strukturen. Ich überlege mir also eine Struktur, einen Einstieg, ein Mittelteil, mehrere Mittelteile, ein Ende. Dazu eignet sich Scrivener ideal, denn ich kann das Schreibprojekt in ganz kleine Stücke zerschneiden, so dass ich mich nicht überwältigt fühle und mich Schritt-für-Schritt, Absatz für Absatz durchbeißen kann. Bei strukturell anspruchsvolleren Projekten erstelle ich zunächst eine mindmap mit ithoughts auf dem ipad. ithoughts ist wahrscheinlich das einzige Programm auf meinem ipad, auf das ich nicht mehr verzichten mag. Die mindmap in ithoughts kann ich als OPML in meine dropbox exportieren und als komplette Struktur in meinem Scrivener importieren. Funktioniert gut. In Scrivener schreibe ich ebenfalls in multimarkdown. Wenn alles fertig ist, stelle ich alles zusammen und exportiere “multimarkdown to rtf“ (für Word). Auf diese Weise kann ich mich eine ganze Weile nur auf den reinen Text konzentrieren und muss nicht immer mit den Formatierungen herumärgern. Das kommt dann, wenn ich es für meine Kunden dann doch noch schöner in Word aufbereiten muss.

Welchen Workflow setzen Sie ein? Ich freue mich über Kommentare.

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Eine Antwort auf Mein Schreib-Workflow auf dem mac

  1. Kai sagt:

    Hi Reiner,
    Ich nutze aktiv Omnifocus und finde es nicht wirklich überladen. Im Gegenteil: Die Kontexte sind für mich wichtig, um Aufgaben Mitarbeitern zuzuordnen und auf einen Klick diese ansehen zu können. Teuer ist’s abstecht gut. Insbesondere die iPad Version ist Klasse!
    Liebe Gruesse und bis bald!
    Kai

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