NEO-Tastatur: Weiterer Erfahrungsbericht

Vor einigen Monaten berichtete ich hier, warum ich ein komplett neues Tastaturlayout lerne. Ich kann nun berichten, dass ich mittlerweile komplett auf NEO umgestiegen bin. Das hat viele Vorteile: Da auf meinem mac nun NEO standardmäßig eingestellt, kann nun niemand meine Tastatur bedienen, denn die ist ja komplett anders belegt als es auf den Tasten gedruckt ist. Ich habe in meinem Büro noch eine externe Tastatur, deren Tasten so umgebaut habe, dass dort nun das NEO-Tastaturlayout abgebildet ist.

Nach vielen Monaten bin ich nun schneller mit NEO als mit meinen 4,5 Fingern. Und: Ich habe keine Schmerzen in der Hand mehr, das Thema Carpal Tunnel Syndrome hat sich mit NEO erledigt, ich tippe ökonomischer als zuvor und ich kann nun ganz gut blind tippen, schaue umher, kann meinen Gedanken viel Raum geben, indem ich nicht mehr ständig auf den Bildschirm schaue und Worte während des Schreibens korrigiere (der Tod für jedes kreative Schreiben), sondern einfach loslasse und schreibe, mit Rechtschreibfehlern und vielen Quatschwörtern, die ich ja später wieder löschen kann.

Indem ich den internen Redakteur für eine kurze Zeit ausschalte, bekomme ich viel mehr Gedanken über die Tastatur in meinen Computer. Und ich bin schneller, habe dafür mehr Zeit für das Redigieren. Manche Texte schreibe ich noch immer sehr geplant, da ist die erste Version schon nah an der Abgabequaltät, andere Texte muss ich erst mal aufschreiben und dann strukturiere und redigiere ich. Solche Texte sind dann später viel lebendiger, denn ich lege mich nicht schon während des Schreibens in Handschellen.

Was mir geholfen hat, NEO zu lernen: Eine Verabredung mit mir, die ich täglich einhalte. Nur 20 Minuten am Tag schreiben. Einfach so schreiben, nicht auf Syntax oder Rechtschreibung achten, nichts mehr löschen oder korrigieren. Jedes geschriebene Wort gilt. Einfach schreiben, dem „monkey mind” freien Lauf lassen. Das  tut unglaublich gut. Bisher habe ich das mit dem WriteRoom oder Ommiwriter geschrieben.

Mit 750 Worten pro Tag Karma-Punkte sammeln

Nun habe ich eine gute Alternative gefunden, die sehr interessant aussieht. Und ich schreibe diesen Text auch damit: 750Words.com. Da loggt man sich mit seinem Facebook-Account ein und schreibt los. Jeden Tag 750 Worte oder mehr. Egal was, denn niemand sonst liest es. Wenn man überhaupt schreibt, dann bekommt man einen Punkt. Nennen wir es einen Karma-Punkt. Wenn man mehr als 750 Worte schreibt, dann bekommt man zwei Punkte. Wenn man dranbleibt und viele Tage hintereinanderschreibt, bekommt man noch mehr Punkte. Hört sich interessant, finde ich. Vor allem bin ich mal gespannt, ob die automatische Tagging- und Clusterungsfunktion auch für die deutsche Sprache funktioniert. Dann kann man aus dem Geschreibsel auch Muster erkennen.

Was mir an den 750 words auch gefällt: Ich kann ganz genau steuern, ob ich etwas nach außen geben will. Es gibt wohl eine Profilseite, auf der man genau sehen kann, wie viele Worte ich bisher geschrieben habe. Vielleicht kann ich das auch als badge oder als plugin auf meiner eigenen Website einblenden. Mal sehen. Auch hier bleibe ich dran und beschreibe meine Erfahrungen. Auch, ob man die einmal geschriebenen Worte auch verwalten und exportieren kann.

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