Die Überschrift liest sich so: Bi-ba-buzze-Google … Mit Buzz ist Google kein Durchbruch für das soziale Netzwerken gelungen. Aber: Das Unternehmen will nun nachlegen und Buzz anwendungsfreundlicher machen. Bis dahin bleiben Facebook und Twitter erste Wahl.
Ich bin ja immer für neue Anwendungen, Ansätze und Ideen zu haben. Und so versuche ich mir seit ein paar Monaten immer wieder einzureden, dass Googlewave eine klasse Idee wäre, wenn ich doch jemand finden würde, der das auch so sieht und mit mir die Welle reitet. So alleine Googlewaves zu starten ist ja auch langweilig.
Das hat Google mit Google Buzz ganz anders eingefädelt als sonst: Früher gehörte man als „early adopter” zum exklusiven Kreis, durfte Freunde einladen. Manche Dienste wie Orkut – benutzt das jemand? – haben es nicht richtig geschafft, aber auch Googlemail war zu Beginn nur auf Einladung.
Bei Google Buzz hat Google sofort alle Schleusen aufgemacht, wer ein Gmail-Konto hat, darf mitmachen. Ich habe mir gestern testweise ein neues Gmail-Konto eröffnet und da wurde mir auch sofort Buzz angeboten.
Nach zwei Tagen „buzzen” bin ich mir noch nicht sicher, ob Google Buzz tatsächlich der Superkiller für Twitter, Facebook und co. wird. Aber nicht nur das: Je länger ich über Buzz und die anderen sozialen Netzwerke nachdenke, umso weniger Lust habe ich, überhaupt mitmachen. Ja, ich bin mal wieder an dem Punkt. Das war ich schon öfter, ich habe mich schon etwa 5 Mal bei Facebook abgemeldet – und eben wieder angemeldet.
Jetzt aber meine ersten Eindrücke zu Buzz:
- Sind bald wieder Quartalszahlen oder eine Jahreshauptversammlung bei Google? Buzz scheint mir ganz schön hingeworfen zu sein. Auf die Schnelle noch ein soziales Netzwerk bauen. Google hängt da hinterher und hofft auf den alten Microsoft-Effekt: Spät einsteigen, zuerst eins auf die Nase bekommen und dann gehörig aufräumen, das Feld aufrollen. Ob das mit Buzz gelingt? Es ist halt eine eierlegende Wollmilchsau. Eigentlich genau das, was das freundliche Google um die Jahrtausendwende nie sein wollte. Wir konzentrieren uns nur auf unseren Suchmaschine und sonst nichts, hieß es damals. Und jetzt ist Google ein Bauchladen. Ich kann auf mit Buzz die Twitterstreams sehen, Facebook connect sehe ich noch nicht. Dafür lässt sich nicht nur Picasa, sondern auch flickr einbinden. Na gut.
- Die Google Profile sind ja wahre Goldgruben für Datensammler. Schön, dass man wählen kann, was privat und was öffentlich gestellt werden darf, aber ich kann mich noch nicht damit anfreunden. Wenn man nun alle Anwendungen in Buzz zusammennimmt, dann kann man aber ganz schön viel herausfinden: Wie ich heiße, wo ich mich bewege, wer mir folgt, was ich schreibe. Und auch wenn man es privat stellt, dann liest Google mit. Dann bekomme ich zielgenaue Werbung in mein Postfach.
Ich beobachte das mal weiter, meine Begeisterung hält sich aber noch in Grenzen. Stattdessen werde ich die Fastenzeit bis Ostern nutzen, um bei den sozialen Netzen auszusetzen. Wer weiß, vielleicht stellt sich ja heraus, dass das alles eine Zeitverschwendung ist.
Wichtiger sind letztendlich doch die echten sozialen Netze. Die müssen so engmaschig wie möglich sein. Wer Glück hat, hat eins in der Nachbarschaft. Wie wir: Meine Frau musste kürzlich ins Krankenhaus und als sie zurückkam, brachten uns Freunde ungefragt Suppen, Mittagessen, kümmerten sich um unsere Kinder, um meiner Frau ein wenig die Belastung zu nehmen.
Das war sehr wertvoll und das können mir die sozialen Netze kaum geben, denn da haben wir das natürlich nicht verkündet. Warum auch, das geht dann nur noch den echten Freunden etwas an. Und die trifft man oder mit denen telefoniert man. Ob Twitter, Facebook oder Buzz: Wir bekommen zwar einen Einblick in das Leben unserer Freunde und Bekannten, aber mehr als das ist es ebes nicht. Und das waren jetzt auch etwa 300 Worte zu viel darüber.